Geschichten·

Warum glauben wir an die große Liebe – und was steckt wirklich dahinter?

Irgendwo tief in uns lebt diese Überzeugung, dass wir eines Tages dem Richtigen begegnen werden, dem Menschen, der alles wieder gutmacht, mit dem wir ein Haus bauen, eine Familie gründen und bis ans Ende aller Tage zusammenbleiben. Wir wissen, wie sich Liebeskummer anfühlt, diese Stunden, in denen man am liebsten die Welt anhalten und aussteigen möchte, weil man sich so einsam, so abgewiesen, so unsichtbar fühlt. Und trotzdem suchen wir weiter, immer wieder. Die Frage ist nicht, ob das falsch ist. Die Frage ist: Was suchen wir wirklich?

Mythos 1: Der perfekte Partner macht alles wieder gut

Diese Vorstellung ist so verbreitet, dass kaum jemand sie hinterfragt. Wir warten auf den Menschen, der die Lücke füllt, der die Verletzungen vergangener Beziehungen heilt, die Einsamkeit auflöst und das Gefühl von Unvollständigkeit beseitigt. Was wirklich dahintersteckt: Wir suchen nicht nach einem Partner, wir suchen nach Heilung. Das ist ein Unterschied, und es ist ein wichtiger. Kein anderer Mensch kann das für uns tun, nicht weil er oder sie nicht liebt, sondern weil diese Arbeit von innen kommt.

Mythos 2: Liebe bedeutet Harmonie, Übereinstimmung und Fehlerlosigkeit

Wir stellen uns Liebe vor als einen Zustand, in dem wir uns nie einsam fühlen, das Glück im anderen finden, immer harmonisch miteinander sind und keine Fehler machen, um den anderen nicht zu verlieren. Irgendwann verlieren wir uns dabei selbst, um dem anderen die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Was wirklich dahintersteckt: Liebe ist kein Zustand, sie ist ein Prozess. Und jeder Mensch, der uns im Leben begegnet, nimmt uns mit auf eine Reise, so lange, wie es braucht, bis wir verstehen, was diese Begegnung uns zeigen wollte.

Kein Mensch, den wir einst liebten, war ein Fehler. Er war so lange da, bis wir unsere Lektion lernen durften.

— Malwina Mazur

Mythos 3: Wenn es nicht klappt, war es der falsche Mensch

Wie oft haben wir gedacht: Diesmal ist er es, und wieder war es ein Fehler. Aber war es das wirklich? Jede Beziehung, die zu Bruch geht, stellt eine Frage: Warum befinde ich mich erneut in demselben Muster? Was zeigt mir das über mich selbst? Der andere Mensch triggert uns mit genau den Themen, die in uns noch auf Verarbeitung warten. Er ist ein Spiegel, und das, was uns an ihm stört, schmerzt oder anzieht, sagt oft mehr über uns aus als über ihn. Das ist keine Schuldzuweisung. Es ist eine Einladung zur Selbsterkenntnis.

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Was Liebe wirklich bedeutet — meine Sichtweise

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er an ein vorbestimmtes Leben glaubt oder nicht. Aber ich glaube, wir sollten aufhören, Wunschvorstellungen nachzujagen, und anfangen, genau hinzuschauen. Hinzuschauen, was ist. Zu spüren, was ist. Zu reflektieren, was ist. Nicht: Ich dachte, er sei es. Sondern: Was zeigt mir diese Begegnung über mich?

Verwechseln wir Liebe mit Besitz? Verwechseln wir Bindung mit Sicherheit? Ist die Verbindung, in der wir uns befinden, wirklich das, was wir uns wünschen, oder halten wir daran fest, weil wir Angst vor dem haben, was ohne sie käme?

Was ich aus eigener Erfahrung weiß

Du kannst dem anderen nicht den Weg weisen, auch wenn du das Gefühl hast, es besser zu wissen, was ihm gut täte oder was jetzt für euch beide richtig wäre. Aber du kannst dir selbst so viel wert sein, loszulassen, besonders dort, wo du nach Aufmerksamkeit ringst oder hoffst, dass jemand dich eines Tages so lieben wird, wie du es verdienst. Das ist keine Kälte. Das ist Selbstachtung.

Ich schreibe das nicht als jemand, der alle Antworten hat. Ich schreibe es als jemand, der diese Fragen selbst durchlebt hat, und der immer wieder erlebt, wie Menschen durch das Verstehen ihrer eigenen Muster freier werden. Vielleicht ist die große Liebe nicht das Ziel. Vielleicht ist sie der Weg zurück zu dir selbst.

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Malwina Mazur
Malwina Mazur Zertifizierte Rückführungsleiterin & Systemische Aufstellerin

Dieser Beitrag dient ausschließlich der spirituellen Orientierung und Information. Er ersetzt keine medizinische, therapeutische oder psychologische Beratung. Bei ernsthaften psychischen oder körperlichen Beschwerden wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Fachperson.

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