Irgendwo tief in uns lebt diese Überzeugung, dass wir eines Tages dem Richtigen begegnen werden, dem Menschen, der alles wieder gutmacht, mit dem wir ein Haus bauen, eine Familie gründen und bis ans Ende aller Tage zusammenbleiben. Wir wissen, wie sich Liebeskummer anfühlt, diese Stunden, in denen man am liebsten die Welt anhalten und aussteigen möchte, weil man sich so einsam, so abgewiesen, so unsichtbar fühlt. Und trotzdem suchen wir weiter, immer wieder. Die Frage ist nicht, ob das falsch ist. Die Frage ist: Was suchen wir wirklich?
Mythos 1: Der perfekte Partner macht alles wieder gut
Diese Vorstellung ist so verbreitet, dass kaum jemand sie hinterfragt. Wir warten auf den Menschen, der die Lücke füllt, der die Verletzungen vergangener Beziehungen heilt, die Einsamkeit auflöst und das Gefühl von Unvollständigkeit beseitigt. Was wirklich dahintersteckt: Wir suchen nicht nach einem Partner, wir suchen nach Heilung. Das ist ein Unterschied, und es ist ein wichtiger. Kein anderer Mensch kann das für uns tun, nicht weil er oder sie nicht liebt, sondern weil diese Arbeit von innen kommt.
Mythos 2: Liebe bedeutet Harmonie, Übereinstimmung und Fehlerlosigkeit
Wir stellen uns Liebe vor als einen Zustand, in dem wir uns nie einsam fühlen, das Glück im anderen finden, immer harmonisch miteinander sind und keine Fehler machen, um den anderen nicht zu verlieren. Irgendwann verlieren wir uns dabei selbst, um dem anderen die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Was wirklich dahintersteckt: Liebe ist kein Zustand, sie ist ein Prozess. Und jeder Mensch, der uns im Leben begegnet, nimmt uns mit auf eine Reise, so lange, wie es braucht, bis wir verstehen, was diese Begegnung uns zeigen wollte.