Geschichten·

Zeit aufzuwachen — Teil 2: Als ich aufhörte wegzulaufen

Wer Teil 1 gelesen hat, kennt das kleine Mädchen, das wartete, das sich das schönste Kleid anzog und trotzdem allein blieb. Dieses Mädchen war ich. Und lange Zeit wusste ich das nicht, oder besser gesagt: Ich wollte es nicht wissen. Es ist so viel leichter, Muster zu leben, als sie anzuschauen. Es ist so viel leichter, sich in eine Verbindung zu flüchten, als zu fragen, warum sie sich gleichzeitig so vertraut und so falsch anfühlt. Meine Reise zu mir selbst begann vor einigen Monaten, durch einen Mann und durch zehn Tage auf Mallorca.

Der Mann, der mein Spiegel wurde

Ich liebte diese Verbindung, ich investierte Zeit, Energie und Herzblut. Und gleichzeitig durfte ich immer wieder seine lieblosen Handlungen mir gegenüber spüren, Momente, in denen ich merkte, dass ich in dieser Verbindung nicht wirklich gesehen wurde. Ich überhörte die Botschaften meines Körpers und die meiner Seele. Auf irgendeine Weise wusste ich, dass diese Beziehung mir nicht gut tat, und trotzdem konnte oder wollte ich nicht loslassen.

Ich sagte ihm einmal, er sei der schönste Zufall meines Lebens. Das empfinde ich noch heute so, denn ohne ihn hätte ich mich meinem Urschmerz nicht gestellt. Er hat nichts anderes getan, als das ans Licht zu bringen, was schon lange in mir auf mich wartete.

Er war der schönste Zufall meines Lebens. Ohne ihn hätte ich mich meinem Urschmerz nie gestellt.

Die Entscheidung, die alles veränderte

Vor einigen Monaten schmiss ich meinen Job, dreizehn Jahre Sicherheit, von einem Tag auf den anderen losgelassen. Ich hatte schon länger gespürt, dass mich das nicht mehr erfüllt, aber Sicherheit hält uns oft länger fest, als uns gut tut. Als ich schließlich losließ, war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Plötzlich hatte ich Zeit, Zeit zum Reisen, zum Atmen, zum Hinschauen. Und so fuhr ich spontan mit zwei wichtigen Menschen aus meinem Leben nach Mallorca.

Mallorca, zehn Tage, die zählten

Diese beiden Menschen sind nicht nur meine Vorbilder, sie haben mich auch zur Rückführungsleiterin ausgebildet. Wir verbrachten zehn gemeinsame Tage in einer schönen Ferienwohnung mit Blick aufs Meer, auf einen Leuchtturm und auf die Berge. Es war traumhaft. Am zweiten Abend machten sie mir ein Geschenk, das ich nicht erwartet hatte: ihr selbst entworfenes Meditationsalbum. Jeder hatte seine Zeit für sich, und ich ging täglich an den Strand oder zu den Klippen und machte meine Reisen in die geistige Welt. Normalerweise brauche ich keine Anleitung dafür, aber ich machte alles mit. Und es tat gut.

Was an den Klippen passierte

Während der Meditationen gab es Seelenbegegnungen, frühere Leben, Vergebungsrituale und Heilrituale. Tränen flossen, Erkenntnisse brodelten, und ich schrieb seitenweise in mein Buch. Dinge, die ich jahrelang nicht in Worte gefasst hatte, kamen plötzlich einfach heraus. Abends saßen wir zusammen, es wurde gekocht, Wein getrunken, gesungen, getanzt und viel gelacht. Wir führten Gespräche, die Tiefe hatten, und auf eine Art wurde ich therapiert, auch wenn meine Freunde das vielleicht nicht so nennen würden, denn es war unser gemeinsamer Urlaub. Aber ich bin beiden unendlich dankbar, fürs Zuhören, fürs Ermutigen und fürs Vertrauen. Durch diese gemeinsame Zeit und die geführten Meditationen fand ich ein Stück zu mir selbst zurück, zum ersten Mal seit langer Zeit.

Auch du spürst, dass sich etwas verändern möchte, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Ich begleite Menschen auf genau diesem Weg, ohne Druck und ohne Programm, nur ein offenes Gespräch. → Kostenloses Erstgespräch anfragen

Als ich zurückkam

Wer meine ersten Artikel noch nicht gelesen hat, Warum glauben wir an die große Liebe und Wenn eine Frau sich verliert, dem empfehle ich, sie zuerst zu lesen. Dort habe ich mir meine ersten Erkenntnisse von der Seele geschrieben. Als ich aus Mallorca zurückkam, sollte sich einiges ändern. Was genau, das erzähle ich in Teil 3.

Diese Serie zu schreiben ist nicht leicht, denn es ist viel leichter, über „sie“ zu schreiben als über „ich“. Aber genau das ist der Punkt: Irgendwann muss man aufhören, sich selbst aus der Distanz zu betrachten. Irgendwann muss man sagen: Das bin ich. Das war ich. Und ich schaue hin.

Malwina Mazur
Malwina Mazur Zertifizierte Rückführungsleiterin & Systemische Aufstellerin

Dieser Beitrag dient ausschließlich der spirituellen Orientierung und Information. Er ersetzt keine medizinische, therapeutische oder psychologische Beratung. Bei ernsthaften psychischen oder körperlichen Beschwerden wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Fachperson.

Bereit für deinen nächsten Schritt?

Entdecke, was in dir wartet.

Rückführung entdecken Aufstellung anfragen
← Zurück zum Journal
Weitere Beiträge

20. September 2025

Zeit aufzuwachen — Teil 1: Das kleine Mädchen das wartet

Weiterlesen →

5. Februar 2026

Zeit aufzuwachen – Teil 3: Ich lasse los

Weiterlesen →